Ursachen von Morbus Parkinson

Parkinson beginnt mit einer Schädigung der Substantia Nigra

Morbus Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, d. h. es sterben Nervenzellen in einem kleinen Teil des Hirnstamms ab. Dieser Bereich, der wegen seiner typischen, dunklen Färbung als "Substantia nigra" (nigra = lat. für schwarz) bezeichnet wird, ist wichtig bei der Koordinierung und Steuerung von Bewegungen. Weshalb diese Nervenzellen zugrunde gehen, kann oftmals nicht erklärt werden. Es wird vermutet, dass genetische Ursachen eine Rolle spielen, denn bestimmte Parkinson-Formen treten in Familien gehäuft auf. Allerdings gibt es auch Parkinson-Patienten, die als einzige in ihrer Familie erkrankt sind.

Eine weitere Hypothese, dass Stoffe aus der Umwelt eine Parkinson-Krankheit auslösen können, entstand Anfang der 80er Jahre. Damals traten bei Drogenabhängigen in kurzer Zeit schwere Symptome eines Morbus Parkinson auf. Da in der Regel ältere Menschen an Morbus Parkinson erkranken, hier aber durchwegs jüngere betroffen waren, stellte man Nachforschungen an. Es kristallisierte sich heraus, dass die Betroffenen selbst hergestellte Drogen konsumierten, die mit der Substanz MPTP (Methylphenyltetrahydropyridin) verunreinigt waren. MPTP schädigt gezielt die Nervenzellen in der Substantia nigra, die auch bei Parkinson zugrunde gehen.

Daraus entstand die Vermutung, dass in der Natur ähnlich wirkende Stoffe vorhanden sind, die Nervenzellen der Substantia nigra gezielt schädigen können. Um welche Substanzen es sich konkret handelt und wie diese in den Körper gelangen, ist noch nicht geklärt.

Weiter wird spekuliert, dass das Entgiftungssystem der Nervenzellen bei Erkrankten versagt. Im Stoffwechsel jeder Zelle können schädliche Radikale entstehen, die durch verschiedene Mechanismen "entschärft" werden. Eine verminderte Aktivität dieser Mechanismen könnte demnach Neuronen indirekt schädigen und sie dadurch absterben lassen.

Wahrscheinlich ist, dass die Ursache der Parkinsonerkrankung eine Kombination aus genetischer Veranlagung und bislang unbekannten Umwelteinflüsse ist.

Das Gehirn besteht aus vielen Milliarden Nervenzellen, die durch ein Netzwerk von Nervenfasern in enger Verbindung stehen. Die Enden der Nervenfasern dienen der Informationsübermittlung. Zwischen den Enden der Nervenfasern und der angrenzenden Nervenzelle existiert ein kleiner Spalt, über den hinweg die Information mit Hilfe von Botenstoffen (sog. Neurotransmitter) übertragen wird. In der Substantia nigra handelt es sich dabei vor allem um Dopamin, Acetylcholin und Glutamat. Sie werden von einem Nervenende ausgeschüttet, an Kontaktstellen (sog. Rezeptoren) auf der gegenüberliegenden Seite aufgenommen und weitergeleitet.

Damit Bewegungen korrekt ausgeführt werden können, müssen diese drei Neurotransmitter in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander vorhanden sein. Bei Morbus Parkinson kommt es zu einem Ungleichgewicht, denn es sterben hauptsächlich Dopamin-ausschüttende Neuronen ab. Dadurch überwiegen die Neurotransmitter Acetylcholin und Glutamat. Dieses Ungleichgewicht führt zu Störungen, unter anderem in der Bewegungsausführung, und ist der Auslöser für Morbus Parkinson. Dabei ist das Gehirn erstaunlich anpassungsfähig. Denn die typischen Parkinson-Symptome treten erst auf, wenn schon etwa 50 % der Neuronen abgestorben sind.

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