Die zusätzlichen Symptome von Parkinson

Mimik, Stimme, Psyche, Schlaf und Bewegungsstörungen

Mimik und Stimme

Durch zunehmende Unbeweglichkeit und Steifheit kann auch die Fähigkeit zur ausdrucksvollen Mimik eingeschränkt werden. Dadurch wirkt das Gesicht wie eingefroren. Fremde, aber auch die eigenen Angehörigen, erhalten den falschen Eindruck, dass der Betroffene verschlossen ist und weder Interesse noch Freude hat.

Dies wird durch eine schwächere Gestik zusätzlich verstärkt. Denn Parkinson-Patienten setzen die Hand- und Armbewegungen nicht mehr so deutlich und spontan beim Sprechen ein wie Gesunde.

Die Sprachmuskulatur kann ebenfalls schwächer werden und die Stimme erscheint leiser, flacher und monotoner. Es kann Veränderungen in Stärke und Ausdruck der Sprache geben. Die Patienten sprechen unter Umständen monoton wie eine Computerstimme. Schnelles Sprechen, bei dem die einzelnen Wörter aneinandergereiht werden, vergleichbar den kurzen, schlurfenden, vorwärtstreibenden Schritten beim Gehen, ist ebenfalls charakteristisch. Manchmal ist eine störende Heiserkeit vorhanden, die Aussprache gelegentlich verwaschen. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann es vorkommen, dass der Patient stottert und deshalb schlecht verstanden wird.

All diese Veränderungen können dazu führen, dass der Betroffene anders wahrgenommen wird, als er sich selbst fühlt. Deshalb ist es sehr wichtig, möglichst frühzeitig mit einem speziellen Übungsprogramm zu beginnen und die Gesichtsmuskeln und das Sprechen zu trainieren. Dadurch lassen sich diese Veränderungen lange hinauszögern.

Psychische Störungen

Oft beobachtet man bei Parkinson-Patienten Gefühle wie Niedergeschlagenheit, Interesselosigkeit und Antriebsverlust. Das ist sicherlich verständlich, denn die Parkinson-Erkrankung kann eine große Belastung darstellen. Manche Lebensziele scheinen plötzlich unerreichbar, gewohnte Tätigkeiten und Hobbies sind nur noch mit Mühen oder gar nicht mehr möglich und vielen ist der unsichere Gang oder die Langsamkeit beim Zahlen an der Supermarktkasse peinlich.

So ziehen sich einige Patienten mehr und mehr zurück, was wiederum die negativen Gefühle noch mehr verstärkt.

Durch eine optimale Therapie des Morbus Parkinson nehmen die depressiven Gedanken ab und können bei Bedarf zusätzlich mit Antidepressiva behandelt werden.

Auch wenn es schwerfällt, ist es für die Betroffenen wichtig, mit anderen über ihre Krankheit zu sprechen. Je mehr die Menschen des eigenen Umfelds über die Krankheit wissen, desto besser kommen auch die nächsten Angehörigen und Freunde damit zurecht. Es gibt keinen Grund, die Krankheit nicht offen anzusprechen.

Darüber hinaus bieten Selbsthilfegruppen die Möglichkeit, offen mit anderen Erkrankten über Sorgen und Probleme im Zusammenhang mit Morbus Parkinson zu sprechen. Weitere Informationen dazu finden sie unter "wichtige Adressen".

Schlafstörungen

Bei Parkinson-Patienten treten Schlafstörungen und teilweise auch Albträume häufiger auf als bei Gesunden: über 70 Prozent leiden im Verlauf der Erkrankung darunter. Dabei sind Einschlafstörungen seltener als Durchschlafstörungen. Das heißt, dass der Patient zwar problemlos einschlafen kann, aber während der Nacht aufwacht.

In den letzten Jahren haben Forschungen ergeben, dass Schlafstörungen ein Frühsymptom der Erkrankung sein können. Dies fällt besonders auf, wenn Menschen, die sonst gut geschlafen haben und während der Nacht nicht aufgewacht sind, nun nachts mehrfach wach werden, im Schlaf reden und viel unruhiger als zuvor sind.

Ein erstes Anzeichen kann auch der sogenannte Gewaltschlaf sein. Gewaltschläfer würgen oder schlagen ihren Bettpartner oder ihre -partnerin im Schlaf und können sich nach dem Aufwachen nicht mehr daran erinnern. Die Träume des Betroffenen werden zumeist lebhafter und farbiger.

Mit Beginn der Behandlung verschwinden die Schlafstörungen meist vollständig. Falls es im Verlauf der Therapie weiterhin oder erneut zu Schlafstörungen kommt, sollte umgehend der Arzt informiert werden. Denn oft gelingt es, diese Beschwerden mit einer Medikamentenumstellung zu bessern.

Bewegungsstörungen (Dystonien)

Unspezifische Beschwerden bei Parkinson können Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Gliedmaßen sein. Muskelspannungen und -krämpfe, besonders in Füßen und Beinen, treten häufig und frühzeitig im Verlauf der Krankheit auf. Sehr schmerzhafte Krämpfe der Muskeln, besonders der unteren Extremitäten, können bei zu niedrigem Medikamentenspiegel auftreten und werden als Dystonie bezeichnet. Dystone Verkrampfungen können alle Muskeln betreffen: an Hals, Augenlidern, Kiefer, Armen, Beinen und Füßen. In seltenen Fällen betrifft die Dystonie auch die Muskeln des Brustkorbs und andere an der Atmung beteiligte Muskeln, was zu Atemnot führen und sehr beängstigend sein kann. Eine Lungen- oder Herzerkrankung sollte durch eine Untersuchung ausgeschlossen werden. Wichtig ist es, sich vor Augen zu führen, dass eine Dystonie der Atemmuskeln zwar unangenehm, aber nicht gefährlich ist.

Vegetative Symptome

Das vegetative Nervensystem sorgt für alle unbewussten Funktionen unseres Körpers wie z. B. Verdauung, Atmung, Kreislaufregulation oder Schwitzen. Morbus Parkinson kann auch das vegetative Nervensystem beeinträchtigen.

Verdauungsstörungen

Verdauungsstörungen sind bei Parkinson-Patienten nicht selten, denn auch die Muskulatur des Verdauungssystems ist durch die Erkrankung beeinträchtigt. Der Magen leert sich weniger schnell, es kommt zu Völlegefühl und Aufstoßen.

Die verlangsamte Darmtätigkeit kann zu Verstopfung führen. Eine ausgewogene Ernährung, die Aufnahme von genügend Ballaststoffen und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 1,5 l pro Tag!) kann die Symptome lindern. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Ernährung"

Störungen der Sexualfunktion

Bei Parkinson kann das Sexualleben in Mitleidenschaft gezogen werden. Vor allem verminderte Lust, teilweise aber auch gesteigertes Verlangen wurde bei Patienten beobachtet. Das gesamte sexuelle Erleben kann zusätzlich durch Ängste, Depressionen oder Stress im sozialem Umfeld (z. B. Verlust der Arbeitsfähigkeit) negativ beeinflusst sein. Auch Erektionsprobleme können durch die Krankheit verursacht sein. Allerdings sollten andere Ursachen ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Die medikamentöse Behandlung verbessert häufig die Libido und steigert sie sogar gelegentlich, was ebenfalls zu Problemen führen kann.

Haben Sie keine Scheu, sich Ihrem Arzt anzuvertrauen. Denn bereits ein Gespräch kann eine deutliche Entlastung sein. Ihr Arzt wird mit Ihnen Lösungsansätze besprechen und Sie evtl. an einen Facharzt überweisen.

Kreislaufstörungen

Manche Patienten beschreiben Schwindel oder Benommenheit. Dahinter verbirgt sich häufig niedriger Blutdruck, der sowohl eine Nebenwirkung der Parkinsonmedikamente als auch eine Störung des vegetativen Nervensystems durch die Erkrankung sein kann. Denn durch Parkinson kann die Blutdruckregulation beim Wechsel vom Liegen zum Stehen gestört sein (orthostatische Hypotonie), es wird einem beim Aufstehen "schwarz vor Augen". Durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder durch langsames Aufrichten kann häufig eine Besserung erzielt werden.

Verstärktes Schwitzen und fettige Haut

Weitere vegetative Störungen können vermehrtes Schwitzen oder kurze, nicht durch körperliche Anstrengung verursachte, "Schwitzattacken" sein, die vor allem nachts auftreten.

Bei einigen Patienten beobachtet man eine verstärkte Aktivität der Talgdrüsen, vor allem im Gesicht. Körper- oder Gesichtspuder schaffen kurzzeitig Abhilfe. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach Rat.

Funktionsstörungen beim Wasserlassen

Bei Parkinson-Erkrankten kann die Blasenmuskulatur leicht gereizt sein. Es kommt zu vermehrtem Harndrang, da bereits wenig Harn in der Blase Blasendruck entstehen lässt. Der Patient muss öfter als notwendig zur Toilette.

Wenn der Schließmuskel der Blase beeinträchtigt ist, kann die Entleerung der Blase schwieriger sein, da sich der Muskel nicht mehr komplett entspannt. Andererseits kann es auch Probleme bereiten, bei Harndrang den Urin zu halten.
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