Soziale Aspekte

Morbus Parkinson wirkt sich stark auf das Berufsleben aus

Wenn die Diagnose Morbus Parkinson gestellt wird, ergibt sich die Frage, wann und wem die Diagnose mitgeteilt werden soll. Viele Patienten zögern, Freunden oder Angehörigen davon zu erzählen, was zu Unsicherheit in sozialen Situationen führen und Symptome wie den Tremor verschlimmern kann. Deshalb ist Aufklärung wichtig, auch wenn es Überwindung kostet, selbst über die eigene Krankheit zu sprechen. Die Reaktion von Angehörigen und Bekannten ist erfahrungsgemäß meist positiver als erwartet.

Berufsleben

Mit Fortschreiten der Erkrankung stellt sich für viele berufstätige Parkinson-Patienten früher oder später die Frage, inwieweit und wie lange der bisherige Beruf ausgeübt werden kann. Jeder Patient ist anders, individuell werden unterschiedliche Tätigkeiten durch die Krankheit eingeschränkt. Wichtig ist, sich frühzeitig beraten und helfen zu lassen (z. B. durch den behandelnden Arzt oder Rentenberater). Ziel ist es, die Arbeitsfähigkeit so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Wenn nötig, sollten auch die entsprechenden Sozialleistungen in Anspruch genommen werden.

Sozialleistungen

Als Parkinson-Patient hat man unter Umständen Anspruch auf verschiedene Sozialleistungen. Beispiele hierfür sind:

  • Befreiung von Zuzahlungen beim Arzt und Apotheker
    Als chronisch Kranker muss man maximal 1 % des Brutto-Haushaltseinkommens für Zuzahlungen aufwenden. Wenn die Zuzahlungen die Maximalgrenze übersteigen, erhält man einen Befreiungsausweis, der beim Arzt- und Apothekenbesuch vorgelegt wird .
  • Rente aufgrund von Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit
    Wenn die Arbeitsfähigkeit so weit eingeschränkt ist, dass der Beruf nicht mehr in Vollzeit oder gar nicht mehr ausgeübt werden kann, ist evtl. ein Anspruch auf Rente möglich. Wie groß die Minderung der Erwerbsfähigkeit ist, muss durch einen erfahrenen Neurologen festgestellt werden. Je nach Schwere der Erwerbsunfähigkeit kommt eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung in Frage. Nähere Informationen erhält man bei Krankenkassen, der Landesversicherungsanstalt (LVA) oder bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRB).
  • Inanspruchnahme von Pflegediensten oder Pflegegeld
    Wenn man aufgrund der Erkrankung so stark eingeschränkt ist, dass man auf Dauer und in hohem Maße Hilfe benötigt, um Verrichtungen des alltäglichen Lebens auszuüben, können Leistungen aus der Sozialen Pflegeversicherung beantragt werden. Die Pflegeversicherung bezahlt entweder einen ambulanten Pflegedienst oder Angehörige, die die Pflege übernehmen.
    Beantragt werden kann Pflegegeld bei der gesetzlichen oder privaten Pflegekasse, einer selbstständigen Einrichtung der Krankenkassen. Um Pflegegeld zu erhalten, muss zuerst festgestellt werden, wie groß der Pflegebedarf und –aufwand ist. Dazu kommt, selbstverständlich nach Voranmeldung, ein Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Pflegekasse zu Besuch und beurteilt den derzeitigen Hilfebedarf, nachdem sich der Umfang der Pflegedienstleistungen oder die Höhe des Pflegegeldes richtet.
  • Schwerbehindertenausweis
    Wenn durch eine Parkinson-Erkrankung die Lebensqualität und die Erwerbsfähigkeit langfristig beeinträchtigt ist, kann ein Antrag auf Anerkennung als Schwerbehinderter gestellt werden.
    Als Inhaber eines Schwerbehindertenausweises hat man eine Reihe von Vorteilen, die wenigstens teilweise einen Ausgleich für die Nachteile bieten sollen, die durch die Krankheit entstehen. Unter anderem habt man Anspruch auf Zusatzurlaub, erhöhten Kündigungsschutz, Steuerermäßigungen und Preisnachlässe im öffentlichen Personenverkehr. Zu beachten ist, dass der Kündigungsschutz (gilt erst ab einem Grad der Behinderung von mind. 50 %) erst ab der Antragstellung wirksam ist. Daher ist zu empfehlen, den Arbeitgeber erst nach Antragstellung über die Erkrankung zu informieren. Eine Kündigung ist dann nur mit Zustimmung des Integrationsamts möglich.

Informationen und Anträge stellt das zuständige Integrationsamt des jeweiligen Bundeslandes zur Verfügung.

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