Psychologische Maßnahmen in der Parkinson-Behandlung

Psychotherapie hilft, die psychologische Belastung zu verringern

Viele Betroffene – Patienten wie Angehörige – erleben die Diagnose Parkinson als Schock. Man denkt automatisch an Patienten in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien, die sich kaum noch bewegen können und pflegebedürftig sind. Dadurch werden die Gefühle der Verzweiflung nochmals verschlimmert.

Die Angst vor der drohenden Unselbstständigkeit, der Abhängigkeit von Angehörigen und von Medikamenten führt zu Wut und Verbitterung über das eigene Schicksal.

Diese negativen Gefühle können Konflikte und Streitigkeiten mit Angehörigen auslösen. Viele Patienten sprechen aus Scham nicht über ihre Erkrankung, wodurch sich der seelische Druck aufstaut. Dies kann zu sozialem Rückzug und zur Isolation der Betroffenen führen, wodurch wiederum die negativen Gefühle, die Verzweiflung und die Wut weiter zunehmen. Nicht selten entwickeln Parkinson-Erkrankte eine behandlungsbedürftige Depression.

Die psychische Verfassung hat auf die körperlichen Symptome der Parkinson-Erkrankung einen großen Einfluss. Das wird besonders in alltäglichen Situationen deutlich, wenn Stress und Ärger eine sofortige Verschlechterung der Symptome auslösen. Doch diesen Einfluss kann man nutzen: durch eine positive Lebenseinstellung werden die Symptome gelindert.

Psychologische Maßnahmen zielen zunächst darauf ab, den Teufelskreis von psychischer Belastung, deren mangelnder Bewältigung und die dadurch verursachte Verstärkung der Krankheitszeichen zu unterbrechen.

Grundvoraussetzung für den Erfolg der Behandlung ist, auch wenn es Überwindung kostet, das Sprechen über die Erkrankung. Durch Gespräche über Parkinson und über persönliche Ängste und Probleme setzt man sich selbst damit auseinander und gewinnt eine andere Sicht der Dinge. Ein Benennen der krankheitsbezogenen Probleme hilft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Psychotherapie

Da es viele verschiedene psychologische Therapieverfahren gibt, kann man keine generelle Empfehlung geben, welches bei Parkinson am besten geeignet ist. Je nach Schwere der Erkrankung, individuellen Problemen und der im Vordergrund stehenden Zielsetzung kommen unterschiedliche Verfahren in Frage. Beispiele dafür sind Verhaltenstherapie, psychoanalytische Therapie oder Gruppentherapie.

Im Allgemeinen wird in mehreren Sitzungen zuerst die aktuelle Situation analysiert und darauf aufbauend verschiedene Lösungsansätze und eine neue Lebensperspektive entwickelt. Dadurch wird es leichter, sein Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen und Kontrolle über das eigene Leben zu haben. Gefühle der Hilflosigkeit nehmen ebenso wie depressive Gedanken und Ängste ab.

Im zweiten Schritt werden die Auslöser ermittelt, die zu einer Verschlechterung der Befindlichkeit führen. Diese werden anschließend durch Gespräche und das Üben von sozialen Fertigkeiten ausgeschaltet. Ein Beispiel ist das Zahlen an der Supermarktkasse. Durch die Angst, das Kleingeld nicht oder nur sehr langsam aus der Geldbörse zu kriegen, kann es zu verstärkter Unbeweglichkeit kommen, die das Zahlen erst recht schwierig macht. Werden derartige Situationen zusammen mit dem Therapeuten geübt, vermindert sich die Angst.

Ziel der Übungen ist es, sich den schwierigen Situationen zu stellen, statt sie zu vermeiden und dadurch das Selbstvertrauen zurück zu gewinnen. Die dabei erzielten Erfolge helfen dem Patienten, ähnliche Belastungen im Alltag besser zu meistern.

Parkinson HEXAL - Behandlung
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