Operation zur Parkinson-Behandlung

Neurochirurgie: Die tiefe Hirnstimulation

Bereits seit mehreren Jahrzehnten versucht man, durch chirurgische Eingriffe die Parkinson-Erkrankung zu mildern. All diese Eingriffe nennt man "stereotaktisch". Das bedeutet, dass der Chirurg ein kleines Loch in die Schädeldecke bohrt und geleitet durch ein computergestützes Führungssystem zum gewüschten Gehirnbereich vordringt. Die dabei angewendete Technik hat sich im Laufe der Zeit verändert. Während früher überaktive Gehirnareale zerstört wurden, werden heute Elektroden implantiert. Man spricht auch von "Tiefer Hirnstimulation". Die Elektroden sind mit einem kleinen Schrittmacher verbunden, der in die Brust des Patienten implantiert  wird. Das Gerät sendet hochfrequente Impulse aus und hemmt dadurch das überaktive Gehirnareal. Diese neue Methode ist vollständig reversibel, d. h. sobald das Gerät abgeschaltet wird, funktionieren alle Gehirnareale wie vor der Operation. Auch lassen sich durch Veränderung der Impulse die Symptome individuell und je nach Krankheitsverlauf optimal bekämpfen.

Das besondere bei diesen Operationen ist, dass der Patient bei Bewusstsein ist. Aber keine Sorge: mit Schmerz- und Beruhigungsmitteln ist die Operation erträglich. Diese Vorgehensweise ist nötig, weil kontrolliert werden muss, ob die Elektroden an der richtigen Stelle sitzen. Nur bei Bewusstsein tritt der Tremor auf, nicht im Schlaf oder unter Vollnarkose.

Die Wirksamkeit ist häufig sehr beeindruckend, der Tremor kann nahezu vollständig verschwinden. Da jede Operation ein Risiko darstellt, sollte die tiefe Hirnstimulation daher Patienten vorbehalten sein, die nicht oder nicht mehr ausreichend auf Medikamente ansprechen oder nur mit sehr komplizierten Behandlungsschemata behandelbar sind und unter schweren Dyskinesien oder motorischen Fluktuationen leiden.

Die Tiefe Hirnstimulation ist nicht frei von Nebenwirkungen:  es können schwere Depressionen, Sprachstörungen oder Empfindlichkeitsstörungen auftreten, die durch erneutes Einstellen des Geräts gebessert werden können. Es ist meist nicht möglich, durch die Tiefe Hirnstimulation Medikamente ganz wegzulassen, sondern häufig kann nur die Dosis reduziert werden.

Transplantation von embryonalen Stammzellen

Der Ansatz, die zugrunde gegangenen Zellen durch embryonale Stammzellen zu ersetzen, wird schon seit mehreren Jahren verfolgt. Dadurch könnte die Parkinson-Erkrankung deutlich gebessert oder komplett geheilt werden. Verschiedene Versuchsansätze brachten bisher leider keinen Erfolg, sodass auch in naher Zukunft, unabhängig von den ethischen Bedenken, eine Stammzelltransplantation nicht eingesetzt werden wird.

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